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Entscheidung in der ADAC-Meisterschaft vertagt

Dienstag, 23. Oktober 2018 - in Ori-Berichte

„Biegt man an einer Vierer-Kreuzung links ab, darf an der nächsten Vierer-Kreuzung nur nach rechts oder geradeaus gefahren werden.“ Dieser Satz bestimmte die Aufgabenstellung der Klassen B und C bei der diesjährigen ORI des MSC Dülken. Was sich recht einfach anhört bewies sich allerdings für fast alle Profis bereits in der ersten Aufgabe als großes Problem.

Wie in den Vorjahren startete die Fahrt vom Parkplatz des Restaurant „Zum Schänzchen“ und wie inzwischen üblich steht zwischen den beiden Einfahrten die erste Kontrolle. Wir entschieden uns für den richtigen Weg und nahmen die erste Ausfahrt und notierten die erste Kontrolle. Doch bei der Ausfahrt entdeckten wir im gegenüberliegenden Weg die erste Wendekontrolle. Die erste von vielen.
Da uns ein Pfeil vom Parkplatz weg führte, machten wir uns zunächst keine großen Gedanken und fuhren weiter. Bis zur nächsten Kreuzung. Links und rechts waren die Wege gesperrt laut StVO. Sie waren aber jeweils auch mit einer Wendekontrolle ausgestattet. Wir wollten links abbiegen, da es sich dabei um den kürzesten Weg handelte. Also diese Kontrolle notiert. Soweit so richtig. Jedoch konnten wir auch mit der gegenüberliegenden Wendekontrolle erneut nichts anfangen.
Wir begründeten diese Kontrollen damit, dass sie möglicherweise für die anderen Klassen gelten. Denn der MSC Dülken hat für jede Klasse einen eigenen Fahrtleiter und wir wussten ja nicht, was diese sich ausgedacht haben.
So fuhren wir Richtung Industriegebiet und bogen das erste Mal an einer Vierer-Kreuzung links ab. Schnell wurde man aufmerksam, dass man an der nächsten Kreuzung nicht - wie eigentlich gewollt - links abbiegen darf. So ging’s geradeaus in einen Wendehammer mit Stempelkontrolle. Voller Überzeugung gestempelt und damit war der erste Fehler besiegelt. Und auch die Kontrolle, die wir am Anfang gesehen haben, hätten wir am Ende der ersten Aufgabe notieren müssen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich persönlich das System mit den Viererkreuzungen nicht bis zum Ende durchdacht.
Denn: Es gab nach Karte immer zwei Alternativen.
1. Man biegt an der ersten Vierer-Kreuzung links ab, muss dafür an der nächsten Vierer-Kreuzung einen längeren Weg in Kauf nehmen. Oder.
2. Man nimmt vor der ersten Kreuzung einen längeren Weg in Kauf, um nicht links abbiegen zu müssen, sondern aus einer anderen Richtung an diese Kreuzung kommt und kann dafür an der zweiten Kreuzung direkt links abbiegen.
Viele Profis hatten nur die erste Variante im Kopf, denn es gab viele Teams, die mit 30 Fehlerpunkten die erste Bordkarte abgegeben haben. Die zweite Variante war grundsätzlich die kürzere. Wer auf der richtigen Spur war, musste durch die Wendekontrollen dennoch die Variante eins fahren, hatte jedoch ein paar Kontrollen mehr in der Bordkarte stehen.

Nach einem weiteren Industriegebiet kam die DK bereits nach der Aufgabe 4, aber die Bordkarte war schon gut beschrieben.
Danach folgten etwas ländlichere Bereiche. Über diverse Feldwege fuhren wir der untergehenden Sonne entgegen. Es entstanden tolle landschaftliche Bilder. Der goldene Oktober hatte seinen Namen an diesem Tag verdient. Aber für die Landschaft hatte ich als Beifahrer wenig Zeit, denn bis zum ende war es durchweg eine anspruchsvolle Fahrt und bei inzwischen eingesetzter Dunkelheit galt es sich bei den letzten beiden Fischgräten nochmal genau zu konzentrieren. Dabei jeweils dreimal die gleiche Kontrolle zu notieren machte uns zunächst skeptisch, stellte sich jedoch als richtig heraus.

Nachdem wir im Ziel waren, gab es schon mächtig was zu diskutieren. Über Vierer-Kreuzungen, eine Wendekontrolle, die niemand gefunden hat und das Team Witte/Witte hatte einen Druckfehler in den Unterlagen. Dadurch haben Sie eine andere Lösung gehabt und zunächst einen Strafpunkt dafür bekommen. Nach erfolgreichem Protest rutschten Sie von Platz fünf auf drei.
Dennoch erfolgte die Siegerehrung meines Erachtens sehr zügig, denn trotz einer Stunde Rückfahrt war ich zum Q2 des Formel 1 Qualifying zu Hause. Leider waren viele Teams, vor allem in der Klasse N und A, bereits frühzeitig abgereist. Das war ein bisschen schade für die gute Veranstaltung.
Denn die ist dem MSC Dülken einmal mehr gelungen. Vom Anfang bis zum Ende in allen Bereichen gut organisiert. Nach einer kurzen Erläuterung waren mir dann auch die gemachten Fehler klar und ich habe das System mit den Vierer-Kreuzungen verstanden. Leider 4 Stunden zu spät..

Durch den dritten Platz des Teams Witte/Witte bleibt die ADAC-Meisterschaft bis zum letzten Saisonlauf der RG Oberberg spannend. Dort sind Vater und Sohn jedoch nur Zuschauer bzw. Als Veranstalter tätig. Ihre Endpunktzahl in der Meisterschaft steht damit fest und es liegt am Samstag in Günter‘s und Jan‘s Hand ein gutes Ergebnis zu erzielen und die Oberberger noch zu überholen.


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